Flexible Montagesysteme

Die Flexibilität eines Systems beschreibt seine Fähigkeit, sich an ein hohes Maß möglicher Gegebenheiten anpassen zu können. Flexibilität in der Produktion ist gleichbedeutend mit der Fähigkeit, Produktionsressourcen derart neu zu konfigurieren, dass auf wirtschaftliche Art und Weise eine hohe Vielfalt an Produkten von angemessener Qualität produziert werden kann.

Das Konzept der Flexibilität entspringt der japanischen Philosophie der „schlanken Produktion”, die seit vielen Jahren darauf abzielt, Verluste in der Lieferkette zu minimieren, um dadurch die Qualität und Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Systems zu maximieren. Der „schlanke“ Ansatz entstammt der japanischen Fertigungsindustrie und wird oft mit Toyota assoziiert. Ein flexibles Fertigungssystem konzentriert sich gleichermaßen auf die Anpassung der Produktion an flexible Marktbedürfnisse, wie etwa die Anpassung an Kundenwünsche in der Massenproduktion, wie auf Kosteneffizienz. Die Automation in einem derartigen Umfeld zeichnet sich in der Regel durch schnelle Werkzeugwechsel, Chargenkontrollen, Teileerkennung sowie einen hohen Grad an Integration aus. 

Während das „schlanke” Konzept mindestens seit den 1980er-Jahren Anwendung findet und seit langem der Zielsetzung zahlreicher Produktionsorganisationen entspricht, stehen nun neue Technologien zur Verfügung, durch die sich eine „schlanke” Produktion leichter umsetzen lässt. 

 

flexible montagesysteme

 

Die Anwendung eines flexiblen Montagesystems

Der Einsatz eines flexiblen Montagesystems ist dann empfehlenswert, wenn:

  • Eine breite Palette von Produkten und/oder Teilen mittels derselben Ausstattung hergestellt werden sollen,
  • Der Lebenszyklus der entsprechenden Produkte kurz ist,
  • Umweltunsicherheiten berücksichtigt und dadurch die Anpassung an interne Wechsel und externe Einflüsse gewährleistet werden sollen,
  • Die Konkurrenz aus Billiglohnländern Produkte zu wesentlich niedrigeren Kosten produzieren kann, als dies mit herkömmlichen Produktionsmethoden möglich ist,
  • Teile durch unsachgemäße Handhabung in manuellen Montagezellen leicht beschädigt werden können,
  • Ein hohes Maß an Genauigkeit und Wiederholbarkeit gefordert ist,
  • Teile zu komplex ausfallen, als dass sie mit menschlichem Eingreifen auf wirtschaftliche Art und Weise montiert werden könnten,
  • Produktionsvolumen mittel bis hoch ausfallen, d. h. die Zykluszeiten nicht vom langsamsten Arbeiter abhängen,
  • Ergonomie einen wesentlichen Faktor darstellt,
  • Die Montageaufgabe in etwa 10 Sekunden oder weniger in Anspruch nimmt.

 

Als Antwort auf die gegenwärtigen Herausforderungen hat ARS ein System namens FlexiBowl®, aeingeführt, ein flexibles Teilezuführsystem, das die Zuführung und Montage von kompletten Produktfamilien und dadurch erhebliche Kostensenkungen sowie die Reduzierung der benötigten Ausstattung im Falle von Produktumstellungen ermöglicht.

Das FlexiBowl®-System besteht aus einer Drehscheibe, die von einem Servomotor angetrieben wird, sowie einem senkrecht zur rotierenden Scheibe angeordneten Impulsgenerator. Das Gerät ermöglicht die genaue Vereinzelung und Orientierung von Teilen, die auf diese Weise durch eine Videokamera erkannt und von einem Roboter aufgenommen werden können. Die Drehscheibe kann je nach Geometrie und/oder Haftung zwischen Teil und Scheibenoberfläche in beide Richtungen bewegt sowie beschleunigt oder verzögert werden.


Ein flexibles Montagesystem, in dessen Rahmen FlexiBowl® zum Einsatz kommt, besitzt eine relativ geringe mechanische Komplexität und kann zwecks Handhabung verschiedener Produkte mühelos umprogrammiert werden. Darüber hinaus kann das System über Desktop-Fernsteuerung und somit von nahezu jedem Ort, an dem eine Internetverbindung vorhanden ist, bedient werden. Innerhalb von wenigen Minuten kann sich technisches Fachpersonal mit Ihrem System verbinden und über das Internet jede notwendige Unterstützung leisten.

 

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